18.05.2014, Tübingen – Proteste gegen den Bürgerfrühschoppen

Nach jahrelangen Gegenprotesten mussten die Tübinger Studentenverbindungen ihr traditionelles Maieinsingen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai aus ihrem Terminkalender streichen. Stattdessen findet nun seit 2009 der so genannte Bürgerschoppen statt. Damit wurde die an üble Zeiten erinnernde Ästhetik von uniformierten Fackelträgern gegen ein scheinbar harmloseres öffentliches Event bei Sonnenschein ausgetauscht. Boris Palmer, der grüne Oberbürgermeister von Tübingen und Vertreter der Universität traten dabei bereits mehrfach als Redner in Erscheinung. Damit gelingt es den Studentenverbindungen einmal mehr ein scheinbar harmloses Bild von sich selbst zu inszenieren und eine Akzeptanz in der so genannten Mitte der Gesellschaft zu erlangen.
Dem wollen wir nicht weiter tatenlos zusehen und eine Kritik entgegensetzen!

Deshalb kommt alle am Sonntag, den 18. Mai, um 10.00 Uhr auf den Tübinger Holzmarkt zur Kundgebung gegen das Anbiedern an die reaktionären Seilschaften.
Lasst uns ein deutliches Zeichen gegen studentische Verbindungen setzen!

Studentenverbindungen auflösen, jetzt sofort!

Den ganzen Aufruf findet ihr hier.


27.05.2014, Tübingen – Verbindungskritischer Vortrag mit ehemaligem Verbindungsstudenten Dr. Stephan Peters

Elite sein.

Wie und für welche Gesellschaft sozialisieren studentische Verbindungen?

Das Ziel studentischer Verbindungen ist es, eine männliche Elite zu reproduzieren. Und das tun sie seit über 150 Jahren nahezu unabhängig vom Staatssystem mit großem Erfolg. Führende Politiker und wichtige Personen aus Wirtschaft und Wissenschaft zählten und zählen zu ihren Mitgliedern. Wie aber funktionieren die Reproduktion und die Aufrechterhaltung des beeindruckenden informellen Netzwerkes von konservativ-männlicher Macht in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?
Stephan Peters, *1969, Politikwissenschaftler und ehemaliger Verbindungsstudent, ordnet die Verbindungen anhand ihrer Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte politisch ein. Er schlüsselt die Wirkmechanismen zur Bildung und Reproduktion des elitären Netzwerkes anhand der männerbündischen Rituale auf und entzaubert so ein Stück geheimer und höchst politischer Männerbündelei jenseits von Demokratie und Frauenemanzipation.

Ort: Hörsaal 14, Neue Aula Tübingen
Zeit: 19.00 Uhr

Eine Veranstaltung der
*[ART]* – Antifa Reutlingen Tübingen
in Zusammenarbeit mit
AK Clubhausia Tübingen
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Rosa Luxemburg Club Tübingen
Hochschul-Informations-Büro des DGB